Erscheint am 12. Oktober 2026 · GOLD Verlag
Wie Deutschland an einer Diagnose vorbeidiskutiert, die nie gestellt wurde
Andreas Schmidt
Die zentrale These
„Wir haben kein Wohnungsproblem. Wir haben ein gewaltiges Infrastrukturproblem, das sich im Wohnungsproblem äußert. Deshalb brauchen wir keinen durch die Verwaltung betriebenen Bundesbaubetrieb, sondern die Beseitigung der Hemmnisse und Unzulänglichkeiten durch die Verwaltung. Wir benötigen die ganzheitliche Betrachtung der problemverursachenden Themenfelder — und kein weiteres Zuwarten durch untaugliche Scheinlösungsversuche.“
Seit Jahren wird in Deutschland über die Wohnungsnot diskutiert — über Mietpreisbremsen, Neubauziele und Fördermilliarden. Doch die Debatte behandelt Symptome (äußere Krankheitszeichen), nicht die Ursache. Denn wer bauen will, scheitert selten am Willen und selten am Kapital. Er scheitert an fehlenden Erschließungen, überlasteten Genehmigungsbehörden, widersprüchlichen Vorschriften und einer Verwaltung, die zum Engpass geworden ist.
Die amtlichen Zahlen belegen genau das: Deutschland genehmigt Wohnungen, die dann nicht gebaut werden. Der Stau liegt nicht vor der Baustelle — er liegt davor, in den Verfahren, in der Infrastruktur, in den Zuständigkeiten.
Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), Pressemitteilungen zu Baufertigstellungen und Bauüberhang 2025, veröffentlicht Mai 2026.
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Der Autor
Andreas Schmidt kennt den deutschen Wohnungsmarkt nicht aus Statistiken, sondern aus über 35 Jahren Praxis: als Immobilienmakler (Gewerbeerlaubnis nach § 34c Gewerbeordnung seit 1991), als Sanierer von Wohnungsgenossenschaften, als gerichtlich bestellter Zwangsverwalter (vom Gericht eingesetzter Verwalter) großer Wohnungsbestände und als Berater institutioneller Investoren (Großanleger wie Fonds und Versorgungswerke).
In „WohnungsNotLüge" führt er zusammen, was Politik und Öffentlichkeit getrennt diskutieren: Verkehrswege, Verwaltungsverfahren, Erschließung, Steuerlast und Baurecht. Sein Befund: Die Wohnungsnot ist kein eigenständiges Problem — sie ist das sichtbarste Symptom eines Landes, dessen Infrastruktur mit seinen Ansprüchen nicht mehr Schritt hält.
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